Warst Du schon mal in Pisa? Ich nicht! Jetzt habe ich meinen eigenen schiefen Turm im Garten. Ich denke die Vögelchen bemerken es gar nicht. Die überwiegende Zeit meines Lebens hatte Vögel in meiner Lebensgemeinschaft. Seit ich hier hin gezogen bin, geht das leider nicht mehr. Ich wollte meinem Federvieh nicht zumuten, dass sie nicht mehr frei in der Wohnung fliegen können. Mein Appartement gibt es nicht mehr her. Also musste ich ein neues Zuhause für sie finden. Zum Glück habe ich zwei Dörfer weiter ein ganz tolles Gehege gefunden. Dort gibt es ganz viel Platz drinnen und draußen für meine Nymphensittiche, dazu mindestens 20 Gleichgesinnte. 

Nun ist es so, dass ich auf "meine" Vögelchen nicht verzichten möchte und biete deshalb in meinem Garten Futterstellen an. Füttern der Vögel  ist - wie viele andere Themen mit Tieren - auch ein Streit-Thema. Einige sagen, man solle das ganze Jahr füttern, da sie in der Stadt nicht mehr genug zu fressen finden und die anderen finden es übertrieben. Deshalb halte ich es so, dass die Vögel in meinem Garten überwiegend nur im Winter gefüttert werden. Denn um mich herum gibt es sicher genug Boden, wo sie Würmer und Insekten finden können. Es ist herrlich anzusehen, wie sich die Vogelarten untereinander verständigen und welche Hierarchieen sie leben. Vor allem an meiner Wasserstelle. Mein Nisthäuschen ist auch in Betrieb. Das freut mich sehr.

Mein Vogelhaus ist von Köln nach Zülpich gezogen. Es war schon ein wenig altersschwach.Der Stab ist in der Mitte geteilt und hatte sich gelöst. Deshalb musste ich mir etwas einfallen lassen. Ich bin nicht so der Reparateur für diese Art von Dingen. Bei einfachen Sachen geht es noch aber hier war ich schon mit den angeschrägten Füßen überfordert. Das hielt mich aber nicht ab, es trotzdem zu versuchen. Kennt ihr das, wenn es einfach nicht gelingen will? Da beschloss ich, dass ich den unteren Teil mit den Füßen einfach absäge. Selbst dafür war ich nicht talentiert.

So habe ich den geteilten Stab durch einen durchgehenden Pfosten ersetzt, das Dach erneuert und mit Geschenkpapier beklebt. Alle Holzteile wurden mit einem Schwamm und Acrylfarbe dunkel gefärbt. Dummerweise blieb das Problem mit der Schräglage bestehen, weil ich die Füße nicht richtig gesägt habe. Da habe ich kurzerhand beschlossen, dass das Vogelhaus eben Pisa heisst. Wer braucht schon ein gerades Vogelhaus. Den Vögeln ist es eh egal. Auf jeden Fall wird es wieder gut besucht. Leider hat der letzte Sturm den großen Sonnenschirm auf das Vogelhäuschen gestürzt und nun gibt es auch keine Füße mehr. So kann es gehen! Ich habe es einfach in die Erde gesteckt und an die Hecke angelehnt. Den nächsten Umzug wird es wohl nicht mehr erleben. Dann baue ich einfach ein neues Vogelhaus. Wer weiß, vielleicht wird es Pisa 2! Ihr dürft gespannt sein.

  • Vollansicht des repapierten Vogelhauses Pisa im Garten
  • Nahansicht vom neuen Dach des Vogelhauses
  • kaputter Stamm Vogelhaus
  • Reparaturansicht von Pfosten und Dach Vogelhaus
  • das schiefe Vogelhaus in ganzer Pracht und neu gestrichen