Heimat – ein Gefühl zu Hause zu sein

Von fraustadtbaecker|27. Februar 2018|Mein Universum|0 Kommentare

Heimat – noch nie habe ich mir so viele Gedanken über diesen Begriff gemacht

Die Räuber, eine Kölner Mundart-Band, besingen das Gefühl in ihrem Song “Dat es Heimat” sehr gut. Sehr schön ist, sie fahren im Video durch meine jetzige Heimat.

 

Doch was nützt es, wenn mir diese Heimat und mein Garten-Paradies genommen wird und damit auch auch mein Heimat-Gefühl. Mit meinem geheimen Garten haben sie den Diebstahl begonnen. Nicht, weil es aus persönlichen Gründen nötig ist, sondern einfach nur der Gier wegen – und von Anfang an der Diebstahl geplant. Ob es Investoren sind oder Privatiers – Geld regiert eben diese Welt. Da fragt man sich, wie soll das noch enden.

All die Lieder, die wir Kölner singen und leben, beschreiben ein Stück unseres Lebens. Wir leben das! Leben geht auch nur mit einem Schutzraum. Was macht die Schnecke ohne ihr Haus, sie ist nackt. So fühle ich mich auch. Ist Wohnen nicht auch ein Grundrecht? Hier geht es nicht nur um Rut un Wieß. Hier geht es um viel mehr. Doch wie viele Menschen singen diese Lieder und vergessen danach ihren nächsten Nachbarn. Ich will es lieber gar nicht wissen.

Alle schwärmen von der Südstadt und ihrem Flair. Doch was passiert dort? Die Wohnungen sind nicht mehr bezahlbar. Die Menschen, die dort schon lange leben und das Viertel ausmachen, werden Opfer der Investoren. Mein persönliches Highlight war eine Wohnungsanzeige zur Vermietung von 35 qm für 1.035 € warm. Ein echtes Schnäppchen. Geht’s noch?

Wo sollen die alten Menschen hin? Die Menschen, die gerade aufgrund einer neuen Lebensplanung arbeitssuchend sind oder die ein Handicap haben? Die fallen unter das Raster. Denn die wenigstens Vermieter handeln aus dem Vertrauen heraus, wenn auf dem Papier ein Doppelverdiener-Paar steht. Ist auf der anderen Seite irgendwie verständlich.

Wir sollen ein Haus räumen, was ohne vorherige Besichtigung gekauft wurde. Denn es war von vorneherein klar, es wird abgerissen werden. Es entstehen Wohnungen für sozial Schwache, denn für die bekommt man hohe Fördergelder und die Stadt bezahlt großzügige Miete bei Bedarf. Jetzt frage ich mich, wo gibt es hier noch Werte. Was ist mit unserem Rechtssystem? Warum verlieren die Menschen den Glauben daran? Ich weiß jetzt warum. Wir haben bis zum Schluss gekämpft, für unser schönes Haus, einen Zeitzeugen von 1924. Ein Dank an die Denkmalpflege, die kein Interesse mehr hatte, nachdem die vorherige Besitzerin ablehnte.

Aber vielleicht gibt es einen guten Deal. Ich frage mal beim Land an, ob ich zwei Container gegenüber mieten darf. Denn ich räume meine Heimat, damit ich Platz für andere Bedürftige mache, die auch ihre Heimat verlassen mussten oder sozial schwach sind. Kann ich dem Grunde nach verstehen. Aber unsere Geschichte hier nicht. Wir alle sind Bedürftige und möchten in unserer Heimat bleiben. Für mich irgendwie verkehrte Welt, oder? 

 

Diesen Beitrag teilen:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*