Der Schwan – Rainer Maria Rilke

Von fraustadtbaecker|19. April 2017|Gedichte|0 Kommentare

Heute kam ich mir vor wie in dem Film “Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach”. Rilke hat in dem Gedicht “Der Schwan” auch ein Stück unseres Lebensflusses beschrieben. Was meint ihr?

Der Schwan

Diese Mühsahl, durch noch Ungetanes
schwer und wie gebunden hinzugehn,
gleicht dem ungeschaffnen Gang des Schwanes.

Und das Sterben, dieses Nichtmehrfassen
jenes Grunds, auf dem wir täglich stehn,
seinem ängstlichen Sich-Niederlassen – :

in die Wasser, die ihn sanft empfangen
und die sich, wie glücklich und vergangen,
unter ihm zurückziehn, Flut um Flut;
während er unendlich still und sicher
immer mündiger und königlicher
und gelassener zu ziehn geruht.

Aus: Neue Gedichte (1907) Rainer Maria Rilke

(Quelle: www.rilke.de)

Diesen Beitrag teilen:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*